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Hundeführerschein

Der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V. (BHV) hat einen Hundeführerschein entwickelt, mit dem der Halter dokumentieren kann, dass er seinen Hund im Alltag sicher unter Kontrolle hat und weder andere Menschen noch Hunde gefährdet. In der Führerscheinprüfung müssen die Hundehalter dies in typischen Alltagssituationen unter Beweis stellen und außerdem Fragen über gesetzliche Regelungen, Lernverhalten und Kommunikation von Hunden, Verhalten des Besitzers in der Öffentlichkeit sowie Gesundheit und Aufzucht von Hunden beantworten.

Der Berufsverband hat den Hundeführerschein in Zusammenarbeit mit führenden deutschen Tier-Verhaltenstherapeuten entwickelt.

Die Bundestierärztekammer empfiehlt den Tierärztekammern der Bundesländer den BHV-Hundeführerschein zum Nachweis der Sachkunde. Auch die Expertenkommission "Der gefährliche Hund" der tierärztlichen Gesellschaft für Tier-Verhaltenstherapie empfiehlt den BHV-Hundeführerschein als Sachkundenachweis. Der Arbeitskreis "Sachkunde-Hundehaltung", in dem u. A. Organisationen wie Bundesverband praktischer Tierärzte (BPT), Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) e.V. und Deutscher Jagdschutz-Verband (DJV) e.V. vertreten sind, stuft den BHV-Hundeführerschein als empfehlenswert ein.

Die Prüfung für den BHV-Hundeführerschein dauert etwa zweieinhalb Stunden. Im praktischen Teil beobachten die Prüfer Hund und Halter in typischen Alltagssituationen - im Café, wenn der Hund unterm Tisch liegt und der Kellner kommt, beim Bummel in der Fußgängerzone und beim Spaziergang ohne Leine im Park. "Der Hund darf seine Umwelt weder gefährden noch belästigen", betont BHV-Vorsitzender Rainer Schröder. Im Theorie-Teil müssen die Hundebesitzer 40 Fragen zu Hundeverhalten und -erziehung beantworten.

Auch die Besitzer schwieriger, unsicherer Hunde können den Führerschein bestehen, unterstreicht Schröder: "Bedingung ist, dass der Hundehalter durch weitsichtiges Handeln das Verhalten seines Hundes sicher kontrolliert.

Zur Zeit gibt es in Deutschland 25 Tierärzte, Tierverhaltenstherapeuten und Hundeausbilder, die das Fachwissen und die Erfahrung haben, den BHV-Hundeführerschein abzunehmen. Der Verband plant, bundesweit ein Netz von Fachleuten zu schaffen und organisiert Schulungen, um Prüfer auszubilden.

Den BHV gibt es seit 1996. Er hat 87 ordentliche Mitglieder und mehr als 130 Fördermitglieder und ist damit im Bereich Hundeausbildung die größte Berufsorganisation in Deutschland. Führende deutsche Tier-Verhaltenstherapeuten - wie Dr. med. vet. Barbara Schöning aus Hamburg und Tierärztin Christiane Quandt aus Eppstein - gehören zu den Mitgliedern. Sitz des BHV ist Eppstein bei Frankfurt am Main. Ordentliches Mitglied kann werden, wer sich haupt- oder nebenberuflich mit der Erziehung von Hunden beschäftigt und an mindestens 3 BHV-Fortbildungen teilgenommen hat. Bisher ist der Beruf des Hundeausbilders in Deutschland nicht geschützt, jeder, der mit Hunden arbeitet, darf sich so nennen. Der BHV setzt sich bundesweit für die Schaffung eines staatlich anerkannten Ausbildungsberufes ein.

Die Mitgliederbetriebe orientieren sich bei der Hundeerziehung an den Ergebnissen der modernen Verhaltensforschung. Motivieren statt dominieren heißt der Grundsatz. "Militärischen Drill gibt es bei uns nicht", sagt Rainer Schröder. Die Arbeit mit Zwangsmaßnahmen wie dem Stachelhalsband bei der Erziehung von Familienhunden ist verboten. Das ist in der Satzung des Verbandes festgelegt. "Wir motivieren die Hunde zu lernen, indem wir sie für gelungene Aufgaben belohnen", erklärt Schröder. Diese Methode funktioniert auch bei Problemhunden, die Trainer wenden sie seit mehr als zehn Jahren erfolgreich an.

 
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